Baustelle außer Kontrolle - Großübung auf der Baustelle der Luegbrücke

22.05.2026

Am Freitag, den 22.05.2026, fan um 12:00 Uhr in Gries am Brenner eine großangelegte Einsatzübung auf der Baustelle der Luegbrücke statt. Auf einem derart weitläufigem und komplexem Baustellengelände sind Orientierung, Ortskenntnis und ein reibungsloses Zusammenwirken der Einsatzorganisationen von besonderer Bedeutung.

An der Übung nahmen mehrere Feuerwehren, die Bergrettung, der Rettungsdienst, die Polizei sowie die Gemeindeeinsatzleitung teil. Besonderes Augenmerk wurde auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte gelegt. Auch die Feuerwehrmannschaften wurden organisationsübergreifend gemischt, um die Kommunikation und Zusammenarbeit bei Großeinsätzen möglichst realitätsnah zu trainieren.

Die Übung setzte sich aus sechs unterschiedlichen Szenarien zusammen.

Szenario 1: Medizinischer Notfall auf einem Baustellenkran

Au einem Baustellenkran erlitt der Kranführer im Führerhaus einen medizinischen Notfall und musste aus großer Höhe gerettet werden. Dazu wurden die Berufsfeuerwehr Innsbruck mit der Höhenrettung, die Bergrettung Greis / Obernberg sowie die Feuerwehr Gries am Brenner eingesetzt.

Der Kranführer wurde gesichert, vom Kran abgeseilt und anschließend dem Rettungsdienst übergeben.

Szenario 2: Verletzte Person beim Aufstieg auf den Kran

Am selben Kran wurde eine weitere Person beim Aufstieg verletzt. Die Person war auf einer Leiter abgerutscht und musste ebenfalls von den Einsatzkräften gerettet werden. Dazu musste diese von der Stütze des Krans abgeseilt werden.

Auch hier kamen die Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Innsbruck, die Bergrettung, die Feuerwehr Gries am Brenner sowie der Rettungsdienst zum Einsatz. Die verletzte Person wurde vom Kran abgeseilt und anschließend dem Rettungsdienst übergeben.

Szenario 3: Personenrettung auf einem Brückenpfeiler

Auf einem Brückenpfeiler befanden sich zwei verletzte Personen. Eine Person hatte sich eine Kopfverletzung zugezogen, eine zweite Person war unter einem Bagger eingeklemmt.

Die Person mit der Kopfverletzung wurde über die Drehleiter der Feuerwehr Steinach gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Die unter dem Bagger eingeklemmte Person musste zunächst befreit werden. dazu wurde der Bagger mit Hebekissen abgehoben und laufen gesichert. Anschließend konnte auch diese Person über die Drehleiter nach unten gebracht und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Dieses Szenario wurde von der Feuerwehr Steinach, der Feuerwehr Gries am Brenner, der Feuerwehr Obernberg und dem Rettungsdienst abgearbeitet.

Szenario 4: Pfählungsverletzung in einer Rüstschalung

Auf einem weiteren Brückenpfeiler stürzte eine Person in einer Rüstschalung und wurde dabei von einem Bewehrungseisen am Oberschenkel gepfählt. Die Person war rund zwei Meter abgestürzt.

Die Einsatzkräfte mussten zunächst in den Pfeiler hinabsteigen, um zur verletzten Person zu gelangen. Nach der medizinischen Abklärung wurde entschieden, die Person mitsamt der Eisenstange zu retten. Dazu musste das Bewehrungseisen abgeschnitten werden, während es sich noch im Oberschenkel der verletzten Person befand. Hier war äußerst präzises und ruhiges Arbeiten erforderlich.

Nachdem die Person aus der Säule befreit war, wurde sie mit der Schleifkorbtrage an den Baukran angeschlagen und sicher nach unten gebracht. Dieses Szenario wurde von den Feuerwehren Obernberg und Gries gemeinsam mit dem Rettungsdienst abgearbeitet.

Szenario 5: Verkehrsunfall im steilem Gelände

Ein PKW war von der Baustraße abgekommen und über einen steilen Hang abgestürzt. Im Fahrzeug befanden sich zwei Insassen.

Aufgrund des unwegsamen und steilen Geländes mussten die Einsatzkräfte teilweise durch die Bergrettung beim Abstieg gesichert werden. Ein weiterer Zugang erfolgte über einen Mannschaftkorb, der an einem Baukran angeschlagen wurde.

Eine der beiden verletzten Personen konnte rasch aus dem Fahrzeug befreit und mit dem Mannschaftskorb über den Baukran gerettet werden. Anschließend wurde sie dem Rettungsdienst übergeben.

Die zweite Insassin war im Fahrzeug stark eingeklemmt und musste mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Dazu wurden die Beifahrertüre, die hintere Fahrzeugtüre sowie die B-Säule entfernt. Danach wurde die Patientin mittels Schleifkorbtrage aus dem Fahrzeug gerettet und vom Notarzt medizinisch versorgt. Anschließend wurde sie ebenfalls mit der Schleifkorbtrage über den Baukran zum Rettungsdienst gebracht.

Szenario 6: Verletzte Rettungssanitäterin im Einsatzbereich

Während der Arbeiten im steilen Gelände knickte eine Rettungssanitäterin um und verletze sich am Fuß. Auch sie musste zeitgleich zu den PKW Insassen versorgt werden.

Da die Sanitäterin nicht mehr selbstständig gehen konnte wurde auch sie mit der Schleifkorbtrage über den Baukran gerettet.

Die Szenarien 5 und 6 wurde gemeinsam von den Feuerwehren Gries und Steinach, der Bergrettung sowie dem Rettungsdienst abgearbeitet.

Koordination durch die Gemeindeeinsatzleitung

Für die Übungsabwicklung wurde neben den Einsatzleitern für Feuerwehr Kommandant HBI Andreas Jenewein, Rettungsdienst Patrick Strobl und Bergrettung Bernhard Walder die Gemeindeeinsatzleitung aktiviert. Diese koordinierten die einzelnen Einsatzszenarien und unterstützen die strukturierte Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.


Im Anschluss an die Übung fand eine gemeinsame Nachbesprechung statt. Dabei wurden Verbesserungsvorschläge für die Zusammenarbeit besprochen und die bereits sehr positive organisationsübergreifende Zusammenarbeit hervorgehoben. Insgesamt verlief die Übung sehr gut und erfüllte genau ihren Zweck: die Zusammenarbeit bei Großeinsätzen unter realistischen Bedingungen zu trainieren. Insgesamt waren rund 130 Einsatzkräfte, 15 Mitarbeiter der Baufirmen PORR und STRABAG und fünf Statistinnen an der Großübung beteiligt.

Zum Abschluss waren alle Einsatzkräfte und Statisten noch zu einem gemeinsamen Grillen eingeladen.

Ein großer Dank gilt allen Organisatoren, den Einsatzkräften, den Statistinnen und Statisten sowie den Baufirma PORR und Strabag, die diese Übung erst möglich gemacht haben.


Im Einsatz:

  • FF Gries am Brenner mit TLFA, LFBA, BLFA, LASTA, KDOA und MTFA
  • FF Obernberg mit TLFA und KLFA
  • FF Steinach mit DLK und SRF
  • Berufsfeuerwehr Innsbruck mit Höhenrettung
  • Bergrettung Gries / Obernberg
  • Rettungsdienst
  • Polizei
  • Gemeindeeinsatzleitung


Bericht: HV Johannes Jenewein

Fotos: BFV IBK-Land Pernsteiner, Rotes Kreuz IBK-Land

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